Shopify hat mit 150+ neuen Funktionen der Winter ’26 Edition „Renaissance“ eine klare Richtung gesetzt: KI soll nicht nur Vorschläge machen, sondern echte Arbeit übernehmen. Dazu kommen neue, native Testing-Möglichkeiten und ein komplett neuer Vertriebskanal über KI-Chats. Für Händler heißt das: schneller iterieren, weniger App-Abhängigkeit und mehr Automatisierung im Tagesgeschäft
Sidekick – von „Assistent“ zu „Operativ“
Sidekick entwickelt sich vom reinen Hilfe-Chat zu einem operativen Co-Worker im Shopify-Admin. Entscheidend ist nicht, dass KI Antworten gibt – sondern dass sie Aufgaben vorbereitet, Workflows erstellt und Prozesse beschleunigt.
Wichtige Punkte:
- Proaktive Insights statt „nur auf Anfrage“: Sidekick liefert Hinweise und Handlungsempfehlungen direkt aus deinen Store-Daten.
- Workflows per natürlicher Sprache: Statt Flow-Automationen mühsam zusammenzuklicken, beschreibst du das Ziel – Sidekick erstellt den Ablauf.
- Theme-Änderungen per KI-Commands: Anpassungen am Frontend werden schneller, weil du Änderungen beschreiben kannst, statt dich durch Menüs zu kämpfen.
- Mehrstufige Aufgaben: Sidekick kann komplexere To-dos in Schritte zerlegen und sauber „abarbeitbar“ machen.
Praxisnutzen:
- Weniger manuelle Routinearbeit
- Schnellere Umsetzung von Optimierungen
- Kürzere Abstimmungsschleifen zwischen Marketing, Shop-Team und Development
Agentic Storefronts – Verkauf über KI-Chats
Mit Agentic Storefronts verschiebt sich die Produktsuche stärker dorthin, wo Nutzer heute starten: in KI-Chats. Produkte werden direkt in Chat-Interfaces auffindbar und kaufnah präsentiert. Das Ziel ist: Kunden entdecken, vergleichen und entscheiden im Dialog – ohne den klassischen „Kategorie → Produktliste → Produktdetail“-Flow.
Warum das strategisch wichtig ist:
- Neuer Discovery-Kanal: Suchintention wird im Gespräch präzisiert („Ich brauche X für Y“) – das kann die Produktfindung schneller machen.
- Zusätzliche Touchpoints: Neben Google & Social entsteht ein weiterer Einstiegskanal.
- Weniger Reibung: Wenn der Weg zur passenden Auswahl kürzer wird, steigen Chancen auf Conversion.
Hinweis aus der Praxis:
Damit das gut funktioniert, müssen Produktdaten sauber sein (Attribute, Varianten, Bilder, Benefits, Use-Cases). Agentic Commerce belohnt Struktur.
Rollouts – native A/B-Tests und sichere Releases
Rollouts bringt Testing und kontrollierte Veröffentlichungen näher an den Shopify-Core. Statt externe Tools oder komplexe Setups zu brauchen, können Varianten von Theme-Änderungen gegeneinander getestet werden – direkt in der Plattform.
Was das bringt:
- Entscheidungen datenbasiert treffen statt nach Bauchgefühl
- Änderungen in kleinen Schritten ausrollen, statt „Big Bang“
- Weniger Risiko bei Releases, mehr Tempo bei Optimierung
SimGym – testen, bevor es live geht
SimGym setzt auf KI-Simulation: Änderungen am Store können vorab „durchgespielt“ werden, bevor echte Nutzer betroffen sind. Das ist vor allem spannend für größere Eingriffe (Layout, Navigation, PDP-Struktur, Checkout-Strecken), weil du schneller erkennst, ob eine Änderung wahrscheinlich hilft – oder Probleme erzeugt.
Praktische Use-Cases:
- Kampagnen-Landingpages schneller stabil bekommen
- UX-Risiken reduzieren, bevor Traffic „verbrannt“ wird
- Iterationen beschleunigen, weil Feedback früher kommt
Core & Operations – der Unterbau wird alltagstauglicher
Neben den großen KI-Themen sind viele Verbesserungen im Core relevant, weil sie im Alltag Zeit sparen: Theme-Editor-Workflows, Produktverwaltung, Metafelder, Varianten, Checkout- und Login-Optimierungen sowie globale Zahlungsoptionen. Das klingt unspektakulär, ist aber entscheidend: Wenn der Unterbau schneller bedienbar ist, wird Optimierung zur Routine – nicht zum Projekt.
Strategische Bedeutung für Händler
- Weniger App-Abhängigkeit: Viele Funktionen, die früher externe Tools gebraucht haben, rücken in den Core.
- Schnellere Shop-Iterationen: Tests, Rollouts und Simulationen reduzieren Risiko und verkürzen Zyklen.
- KI-gestützte Skalierung: Nicht nur Texte, sondern operative Aktionen und Workflows.
- Mehr Fokus auf Wachstum: Teams verbringen weniger Zeit mit „Shop am Laufen halten“ und mehr mit Conversion & Umsatz.
Was du jetzt konkret tun solltest (Mini-Checkliste)
- Produktdaten aufräumen: Varianten, Attribute, Metafelder, Bilder, Benefits.
- Testing-Plan definieren: Welche KPIs zählen (z. B. Conversion, Warenkorbwert, Umsatz pro Besucher)?
- Sidekick-Use-Cases sammeln: Wiederkehrende Aufgaben als Standard-Prompts/Prozesse festlegen.
- Rollouts/Simulationen klein starten: Erst geringe Änderungen testen, dann größere.
Fazit
Winter ’26 ist kein „kleines Update“, sondern ein Plattform-Shift. Shopify macht KI operativ, bringt Testing näher an den Core und öffnet neue Wege für Discovery und Commerce über KI-Chats. Wer das strategisch nutzt, spart Zeit, reduziert Risiko bei Änderungen und schafft neue Wachstumspfade.
