Das Jahr 2026 bringt eine Reihe neuer rechtlicher Verpflichtungen und gesetzlicher Änderungen, die für Betreiber von Websites, Online-Shops und digitale Geschäftsprozesse relevant sind. Viele Vorgaben stammen aus EU-Richtlinien und Verordnungen, die nun verbindlich umgesetzt werden müssen.
Im Folgenden findest du die wichtigsten konkreten gesetzlichen Änderungen, die 2026 relevant werden.
1) Widerrufsbutton Pflicht – ab 19. Juni 2026
Ab Mitte 2026 müssen fast alle Onlineshops eine Widerrufs-Schaltfläche („Widerrufsbutton“) direkt im Shop integrieren. Verbraucher sollen den Vertrag genauso einfach widerrufen können, wie sie ihn abgeschlossen haben.
Was bedeutet das praktisch?
- Gut sichtbarer Button im Kundenkonto oder Bestellbereich
- Beschriftung z. B. „Vertrag widerrufen“ und bestätigender zweiter Klick
- Prozess muss technisch nachvollziehbar sein
Ohne Widerrufsbutton ist der Widerruf formal nicht korrekt und kann rechtliche Risiken für Shopbetreiber erhöhen.
2) Neues EU-Label für Gewährleistung & Garantie – ab 2026
2026 wird ein neues EU-Pflichtlabel eingeführt, das Kunden klar über Gewährleistungs- und Garantiebedingungen informiert. Shopbetreiber müssen diese Angaben korrekt und sichtbar bereitstellen, um Abmahnrisiken zu reduzieren.
Das betrifft vor allem:
- klare Kennzeichnung von Gewährleistungsfristen
- Unterscheidung zwischen gesetzlicher Gewährleistung und freiwilliger Garantie
- Pflichtangaben auf Produkt- und Checkout-Seiten
3) EU-Regeln zu „Green Claims“ – Umsetzung bis September 2026
Neue EU-Vorgaben schärfen den Umgang mit Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen („Green Claims“). Aussagen wie „klimaneutral“, „umweltfreundlich“ oder „nachhaltig“ dürfen nur verwendet werden, wenn sie belegbar und eindeutig sind.
Für Onlinehändler bedeutet das:
- ehrliche, belegbare Aussagen required
- Marketingtexte, Produktbeschreibungen und Siegel müssen überprüft werden
- unklare Umweltversprechen können als irreführend gelten
4) Recht auf Reparatur – Anwendung ab 31. Juli 2026
Das EU-Recht auf Reparatur wird 2026 in vielen Mitgliedstaaten verbindlich, um nachhaltige Produktverwendung zu stärken. Für Händler und Shops bedeutet das:
- höhere Informationspflichten zu Ersatzteilen und Reparaturmöglichkeiten
- Reparaturen sollen attraktiver und leichter zugänglich sein
- Produkte dürfen nicht künstlich reparaturunfreundlich gestaltet werden
Auch wenn die Umsetzung in Deutschland teils nachgelagert erfolgt, sollten Shops und Produktseiten Reparaturinformationen bereithalten.
5) Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) – ab 1. Januar 2026
Mit dem CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) wird ein CO₂-Preis auf bestimmte importierte Waren erhoben. Für Onlinehändler relevant:
- Importierte Produkte aus Nicht-EU-Ländern können melde- und berichtspflichtig werden
- auch kleinere Händler mit regelmäßigen Importen sollten prüfen, ob Pflichten entstehen
CBAM betrifft besonders CO₂-intensive Produkte wie Metalle oder chemische Erzeugnisse, kann aber administrative Pflichten für Shops mit Importgeschäften schaffen.
6) Neues Elektrogesetz – ab 1. Januar 2026
Das aktualisierte ElektroG verschärft Pflichten für Elektro- und Elektronikgeräte:
- stärkere Rücknahme- und Entsorgungspflichten
- ausführliche Informationspflichten im Shop
- besondere Kennzeichnungspflichten für Batterien und ähnliche Komponenten
Betroffen sind Händler, die solche Geräte verkaufen, inklusive Onlinehändler mit E-Zigaretten, Akkus und ähnlichen Produkten.
7) Weitere Änderungen & Fristen
2026 bringt weitere regulatorische Umsetzungsfristen, darunter:
- Entgelttransparenzrichtlinie (Arbeitsrecht): Umsetzung in nationales Recht im Laufe des Jahres
- Diverse Nachhaltigkeits- und Verbraucherinformationspflichten rücken stärker in den Fokus von Behörden und Abmahnern
Viele dieser Änderungen stammen aus EU-Rechtsakten, die ihre volle Anwendung bis 2026 erhalten müssen.
Fazit – Was Shopbetreiber & Website-Teams jetzt tun sollten
2026 ist kein „normaler“ Jahreswechsel – viele Pflichten werden verbindlich. Die wichtigsten Handlungsfelder sind:
- Widerrufsbutton implementieren
- Shop-Infos zu Gewährleistung & Garantie aktualisieren
- Green Claims und Produkt-Marketing prüfen
- Reparatur- und Ersatzteilinfos bereitstellen
- Importprozesse (CBAM) evaluieren
- Infos zum Elektrogesetz einbinden
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